Einen doppelten Grund zum Feiern gibt es in diesem Jahr in Hevinghausen: vor 40 Jahren wurde der Grundstein für die Marien-Kapelle gelegt und vor 45 Jahren wurde die Kapellengemeinschaft (heute rund 60 Mitglieder) gegründet. Anlass dazu gab damals die Tatsache, dass die alte Kapelle dem Straßenausbau weichen musste und eine neue wenige Meter weiter errichtet werden sollte.
Mit einem Kapellenfest soll das Jubiläum
am Samstag, 9. Juli 2016, ab 14.30 Uhr
in der Kapelle in Hevinghausen
gefeiert werden. Nach einer Feierstunde in der Marien-Kapelle mit musikalischer Begleitung durch den Kirchenchor Hetzenholz, wozu auch Bürgermeister Norbert Büscher erwartet wird, führt ein musikalischer Festzug durch Hevinghausen bis zum Hof Kenfenheuer, Hevinghausen 28. Dort wartet ab 16 Uhr Musik, Tanz, ein Kuchenbüffet, Gegrilltes und kühle Getränke auf die Erwachsenen, für die Kinder gibt es interessante Spiele.
Die Kapellengemeinschaft freut sich auf viele Besucher, insbesondere auch auf ehemalige Bewohner und alle von Nah und Fern, die gerne mitfeiern wollen.
Es gibt Momente, da trifft einen ein unerwarteter Abschied. Herausgerissen aus Vertrautheit und Zugehörigkeit verliert man den Halt. Gedanken und Gefühle verschwimmen, Ausrichtung oder Entscheidung scheinen unmöglich und Ohnmacht macht sich breit. „Doch unsere Welt wird sich wieder bewegen, wenn wir uns bewegen“, lautet Frank Breburdas Philosophie. Die gab der im Kreis Altenkirchen lebende Singer-/Songwriter vor etwa 30 Zuhörern zum Besten.
Unter dem Titel „Lebenslieder“ präsentierte der deutsche Liedermacher gekonnt seine Balladen von Freude und Leid, Zuversicht und Unsicherheit, Liebe und Hass am Samstagabend im Raum für Zeit, wobei er sich selbst an der Gitarre begleitete. Zum ersten Mal seit dem Bestehen gab es im spirituellen Zentrum ein solches Konzert mit anschließender Party – und dass nur gegen eine Spende.
Nachdem der Musiker die rund 30 Zuhörer mit seinen eindrucksvollen Liedern begeistert hatte, lud Ralf Schäfer als DJ zur Tanzparty in den Saal. Bekannt von den Tanz Partys im Studio Miriya in Troisdorf sorgte er für die passende Musik zum Tanzen. Denn wie Breburda es zuvor schon auf den Punkt gebracht hatte, ist „Musik ein reiner Ausdruck von Leben und Lebensfreude“.
Nach dem Erfolg des Abends soll es weitere Musikveranstaltungen im Raum für Zeit geben. Infos über Frank Breburda, seine Musik und seine Arbeit gibt es unter www.frank-breburda.de. (ins)
Eine große Party gab es am Samstag in Hetzenholz. Erika Franze-Kemmerling hatte zu einer 80er Jahre Schlagerparty eingeladen. Grund dafür war das 40-jährige Bestehen der Dorfschänke Hetzenholz. Bei Pizza, Kölsch und Bergischem Landbier feierten unzählige Gäste drinnen und draußen am Feuerkorb bis in den frühen Morgen.
Am 2. April 1976 hatten die Eltern von Erika Franze-Kemmerling, Rica und Hans Kemmerling, die Dorfschänke einst eröffnet, nachdem sie von Köln ins Bergische gezogen waren. Erika half immer neben der Schule und später auch neben ihrem Beruf im elterlichen Gaststättenbetrieb aus. Im Jahr 1991 übernahm sie schließlich ganz die Dorfschänke, die nun seit 40 Jahren im Familienbesitz ist.
Erika änderte die Karte und führte Steaks auf dem heißen Stein ein und auch das Interieur wurde zeitgemäß gestaltet. Bis heute ist die Dorfschänke ein beliebter Anlaufpunkt für Freunde deftiger Kost wie etwa Schnitzelgerichte aller Art, aber auch edler Fleischsorten wie diverse Steakvarianten. Einmal jährlich wird groß Schlachtfest gefeiert und auch sonst nutzen nicht nur Vereine wie der Männerchor St. Cäcilia Hetzenholz die gemütliche Gaststätte als ihr Vereinslokal. Oft gibt es geschlossene Gesellschaften – Geburtstage, Hochzeiten und andere Familienfeste werden dort gerne gefeiert. Zu den jährlichen Höhepunkten zählt die bekannte Karnevalsparty zu Beginn der Session – nicht zuletzt ist die Dorfschänke auch die Wiege des im Jahr 2013 gegründeten Karnevalsvereins Mücher Jecke.
So freuten sich Erika Franze-Kemmerling und ihr Ehemann Bernd Franze, die im Jahr 2014 auch Erntepaar in Markelsbach waren, bei der Jubiläumsfeier nicht nur über die vielen Geschenke, sondern sie bedankten sich auch bei den vielen Stammgästen, die laut eigener Aussage inzwischen zum großen Teil zu Freunden geworden sind. Passend zum Jubiläum verteilte die Gastgeberin eigens für das Jubiläum gefertigte Karnevalsorden, die alle Dinge enthalten, die im Laufe der Zeit wichtig geworden sind. Dazu gehört auch Erikas kleine Dackeldame Jane, die in der Dorfschänke zeitweise schon mal die Oberaufsicht hat. (ins)
Die Vergrößerung der Mucher Aldi-Filiale am Wahnbach ist endlich abgeschlossen. Nicht nur das ist eine gute Nachricht, sondern es gibt noch eine weitere. Wie Greenpeace vermeldet, kann man Klamotten dort ebenso wie bei Lidl, Penny und Tchibo beruhigt kaufen. Denn diese Ketten sind die Trendsetter der sauberen Textilproduktion. Auf Druck der Detox-Kampagne von Greenpeace verbannen diese Händler erste besonders schädliche Chemikalien. Zudem veröffentlichen sie Abwasserdaten und bringen Programme für Rücknahme und Recycling auf den Weg.
Detox-Schlusslichter sind hingegen Edeka/Netto, Norma, Metro/Real sowie Interspar aus Österreich. Keines der Unternehmen will bis 2020 konsequent entgiften. „Was erschwinglich ist, sollte auch sauber sein. Aldi, Lidl, Penny und Tchibo beweisen das nun: Sie sind stramm auf Entgiftungs-Kurs. Höchste Zeit für Premium-Supermärkte wie Edeka nachzuziehen“, sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace.
Als weitere Supermarkt-Kette verpflichtet sich auch Kaufland mit seinen 1300 Filialen in Deutschland und Osteuropa, bis 2020 giftfrei zu produzieren. Der Lebensmittelhändler gehört wie Lidl zur Neckarsulmer Schwarz-Gruppe. Kaufland will zudem zunehmend hochwertige Kleidung herstellen, die länger hält und besser zu recyceln ist. „Das ist angesichts wachsender Altkleiderberge wichtiger denn je, denn lange Haltbarkeit und reparaturfreundliches Design sind das Zukunftsprogramm für die Branche“, sagt Brodde.
Mit Kaufland sind es nun 33 internationale Marken, die sich verpflichtet haben, bis 2020 schrittweise alle Risiko-Chemikalien aus ihrer Produktion zu entfernen. Das entspricht etwa 15 Prozent der globalen Textilproduktion. Konkret geht es um die besonders gefährlichen Schadstoffe wie Weichmacher, Alkylphenolethoxylate oder per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC).
Besonders Lidl, Tchibo und Rewe/Penny investieren nun auch in die Herstellung recyclingfähiger Textilien. Die Wiederverwertung von Textilien hilft den Verbrauch knapper frischer Fasern zu senken und die Umwelt zu entlasten. Damit Kleidung recycelbar ist, arbeiten die Supermärkte an schadstofffreier Produktion. Außerdem entwerfen sie bereits Rücknahmesysteme für die Läden und arbeiten an Designs, die die alten Kleider wiederverwerten. „Jetzt sind die Kunden gefragt: Bringen Sie Ihre getragenen Klamotten in die Supermärkte zurück. Umso schneller werden die Supermarkt-Ketten mit dem Recycling beginnen“, sagt Brodde. (ins)
Überall auf den alten Streuobstwiesen rund um Much findet man derzeit haufenweise Äpfel. Die Landwirte haben kein Interesse an der Ernte und Spaziergänger, die sie zufällig entdecken, keine Lust, sie aufzuheben. Und dass, obwohl sie doch zumeist unversehrt im weichen Gras unter den Bäumen gelandet sind, es sich um alte lagerfähige Sorten handelt und sie auch noch gut schmecken. Begehrt sind diese Äpfel trotzdem nicht. Schließlich weist ihre Schale auch schon mal die eine oder andere braune Stelle auf. Nicht, dass sie deshalb ungenießbar würden, sie sehen einfach nicht so schön aus, wie die aus dem Supermarkt.
Doch die Schönheit der Supermarkt-Äpfel hat ihren Preis. Wie Greenpeace gestern mitteilte, sind 83 Prozent der konventionell produzierten Äpfel, die die Umweltorganisation aus elf europäischen Ländern untersuchen ließ, mit Pestiziden belastet. 60 Prozent enthielten sogar Pestizid-Cocktails von zwei bis acht Wirkstoffen. Einzig die teureren Bio-Äpfel waren komplett frei von Rückständen.
In deutschen Äpfeln fanden sich zu 88 Prozent Pestizide, die Äpfel waren mit 18 verschiedenen Giften belastet. Zwar lagen alle gemessenen Werte unter den zulässigen Höchstmengen, doch Grenzwerte gelten nur für einzelne Substanzen, nicht für Belastungen durch mehrere Wirkstoffe. Deren Wechselwirkungen sind weitgehend unbekannt. Insgesamt hat Greenpeace 39 verschiedene Pestizidrückstände nachgewiesen. Einige davon reichern sich in Organismen an. Dies kann dann ganze Ökosysteme gefährden.
Die deutschen Proben aus dem Anbaujahr 2015 kaufte die Umeltorganisation bei Aldi, Alnatura, Basic, Edeka, Kaufhof, Lidl, Netto, Penny, Real und Rewe. Die Hälfte der gefundenen 39 Pestizide sind entweder für Wasserorganismen, wie Fische und Wasserflöhe, oder für Bienen und andere nützliche Insekten gefährlich. Die Rückstände erlauben Rückschlüsse auf den Chemieeinsatz beim Anbau. Die aktuellen Apfelanalysen schließen an Wasser- und Bodenproben von europäischen Apfelplantagen aus dem Frühjahr dieses Jahres an, bei denen Greenpeace zahlreiche Agrargifte nachgewiesen hatte.
Da man nicht weiß, wie sich die Gifte letztlich auch auf die eigene Gesundheit auswirken, sollte man sich doch mal überlegen, ob es sich nicht lohnt sich auch mal nach den Äpfeln auf den Wiesen rund um Much zu bücken. (ins)